Dienstag, 24. Mai 2016

Bügeln oder nicht bügeln das ist hier die Frage

Kommentare:
 
Ich wundere mich schon lange warum wirklich hübsche, selbstgemachte Bekleidung welche ich auf den verschiedenen Nähblogs zu sehen bekomme, manchmal so schlecht gebügelt ist. Am Foto fällt, zum Beispiel, ein schlecht gebügelter Saum oft sehr auf.
Wenn ich selber während des Nähens bügle habe ich schon oft daran gedacht mal darüber zu schreiben aber ich wollte weder jemanden belehren noch kränken.  
Den letzten Anstoß gab Lucys wunderbarer Post über dasBügeln weil er auch zeigt, dass es Fragen gibt die ich vielleicht beantworten könnte.

Ich habe über das Thema noch genauer nachgedacht und bemerkt, dass das ein sehr umfangreiches Thema ist. Daher werde ich es auf mehrere Post aufteilen.

Ich beginne mit der Ausrüstung und zeige Euch zuerst alte Bügeleisen. 
Die Zahl 16 auf dem Bügeleisen scheint das Gewicht zu sein, 16 Pfund würden 8 Kilo sein
Das Schneiderbügeleisen, ich habe es extra auf die Waage gestellt, damit ihr seht wie schwer das wirklich sein sollte. Das ist ein Bügeleisen mit dem mit Sicherheit Wollstoff  (Mantelqualität) gebügelt wurde. Es ist 8 Kilo schwer und wurde auf dem Herd heiß gemacht. Es ist nicht aus der Familie, wir haben es in unserem Wochenendhaus vorgefunden weil das viel früher eine Schneiderei war. Das ist Zufall wir haben nicht nach einer Schneiderei gesucht.
Die nächsten beiden Bügeleisen sind von meiner Großmutter. Das eine ist schon elektrisch betrieben und das andere hat innen einen Kern der heiß gemacht wurde. Dieses Bügeleisen ist recht kein und schnittig.
das Bügeleisen mit dem roten Griff ist 2.40 Kilo schwer und wird schon mit Strom betrieben
das kleine Bügeleisen ist immerhin auch noch 1.40 Kilo schwer
Zurück aus der Vergangenheit, zurück ins hier und jetzt.

Ich selber habe eine einfache Ausstattung zum Bügeln:
·      Bügelladen, den habe ich von meiner Großmutter geerbt. Sie hat ihn in den 1930 Jahren vom Tischler anfertigen lassen. Ich halte auf jedem Flohmarkt Ausschau nach einem weiteren solchen Bügelladen für das Wochenendhaus, bisher ohne Erfolg. Ich überziehe den Bügelladen selber mit Molino. Beim Kauf von einem modernen Bügelladen ist auf alle Fälle auf Stabilität zu achten und je größer je besser. Ich kann richtig Druck aussüben beim Bügeln ohne Angst, dass der Bügelladen zusammenbricht.
Mein Bügelladen im Vordergrund ist Bügelwäsche
·      Ärmelholz, auch aus Holz, auch alt, auch von meiner Großmutter, ich überziehe es auch selber. Auch hier ist Stabilität von Vorteil.
·      Bügeleisen halten bei mir durchschnittlich 4 Jahre weil ich sehr viel bügle. Derzeit und es ist neu verwende ich ein Dampfbügeleisen von BOSCH . Es hat einen Motor um den Dampf Nachdruck zu verleihen, das ist sozusagen die letzte Stufe vor einer Dampfstation. Für die hätte ich weder den Platz noch halte ich sie für notwendig. Dieses Bügeleisen hat jetzt eine Abschaltautomatik, das liebe ich schon nach den ersten paar Wochen bügeln. Wenn ich nähe denke ich öfter  ich brauche das Bügeleisen eh gleich wieder und dann dauert doch jede Naht länger als gedacht und das Bügeleisen ist stundenlang an. Jetzt schaltet es ab und ist wirklich sehr schnell wieder heiß. Sehr praktisch! Ein Bügeleisen muss schwer sein, je schwerer je besser. Bügelt man aber mit dem gleichen Bügeleisen auch die normale Bügelwäsche, so wie ich, ist dem natürlich eine Grenze gesetzt weil es sonst zu anstrengend wird. Mit dem oben gezeigten 8Kilo Bügeleisen kann man keine Wäscheberge bügeln.
ich klemme ein Verlängerungskabel an den Bügelladen dann ist die Situation mit dem Kable wie bei einem modernen Bügelladen. Das Bügeleisen ist übrigens 1.80 Kilo schwer.
Ich verwende für das Bügeleisen kein destilliertes Wasser sondern Wasser aus dem Brittafilter.
·      Das Bügeltuch, Ein Bügeltuch ist üblicherweise weiß, aus Baumwolle und hat kein Muster eingewebt. Die Kanten sind gerissen aber nicht gesäumt, auch die Endelkante wird weggerissen. Es ist alles zu vermeiden was sich durchdrücken oder abfärben könnte. Derzeit verwende ich ein Stück altes Leintuch. 
Das ist jetzt der erst Teil, Teil zwei ist schon in Arbeit. 
Vorläufig schreibe ich mal über die Bügelprobleme die mir schon mal 
aufgefallen sind. Habt Ihr konkrete Fragen?

Edit: 
ich habe mittlerweile schon weitere Post zu diesem Thema veröffentlicht:
Teil 2
Teil 3 mit Video


Kommentare:

  1. Ich bin ja eine absolute Bügelbanausin. Im Gegensatz zu meiner Mutter, die auch Unterhosen gebügelt hat. Jahrelang besaß ich gar kein Bügeleisen! Ich gebe zu, ich bügele auch jetzt vorwiegend beim Nähen, dann noch vor dem Tragen bei Kragen oder Säumen oder Biesen bei denen es mich wirklich stört und aus der ungebügelten Reihe hervorsticht. Meine Toleranz ist aber - wie du sicherlich schon ahnst - sehr groß gegenüber Ungebügeltem. Es muss schon sehr sehr knitterig sein, dass es mir negativ auffällt, und an anderen fällt es mir umso seltener auf. Interessanterweise wahrscheinlich sogar eher auf Fotos, denn dort hat man Zeit zu gucken - bei Menschen in Bewegung weniger.
    Mach aber doch gerne eine Beitragsreihe dazu, ich finde das auf jeden Fall spannend und lerne sicher dazu! :)
    LG frifris

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    1. Ich mußte schmunzeln als ich von Dir und Deiner Mutter Bügelgewohnheiten las. Die Liebe zum Bügeln überspringt anscheinend immer eine Generation. Meine Mutter schätze einen gepflegten Kleiderschrank ließ aber wann immer es ging andere bügeln, meine Großmutter, mich oder die Wäscherei. Meine Tochter bügelt auch nicht selber. Ich, die Generation dazwischen, ich bügle gern.
      Natürlich hast Du recht, dass bei Menschen in der Bewegung oder nach einem langen Tag nicht mehr so richtig auffällt ob was einmal ordentlich gebüglet war oder nicht. Zum Nähen allerdings gehört es wirklich dazu. Daher folgen noch Beiträge über das bügeln, danke für die Ermutigung dazu!

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  2. Danke, dir, das ist schon mal sehr interessant. Ich habe einen Link zu deinem Artikel auch im Bügel-Beitrag ergänzt.
    Mir fällt vor allem ein Fall ein, wo ich überhaup nicht weiß, was und wie und ob ich bügeln soll: Wenn ich Ärmel einsetze. Seitennähte und Schulternähte werden ausgebügelt, klar. Die Naht (oder die Nähte) des Ärmels auch, auch klar. Aber dann, wenn ich den Ärmel eingenäht habe? Wenn man z. B. Jacke oder Mantel näht, bügelt man dann da, und wenn ja wie? Und mein zweites ständiges Problem ist, das richtige Maß an Druck und Hitze zu finden - ich finde es schwierig, einen Saum zu bügeln, ohne einen Abdruck der Saumzugabe auf der Vorderseite zu produzieren, auch wenn ich ein Tuch dazwischenlege.

    viele Grüße!

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    1. Vielen Dank für diese Fragen! Ich habe schon was geplant und werde versuchen alle Fragen zu beantworten. Ärmel ist ja schon sehr speziell :) Ich überlege ein Video zu machen aber das scheitert noch an der technischen Umsetztung( nicht am Bügeln)

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  3. Vielen Dank für die Serie zum Thema Bügeln. Ich habe auch so ein Bosch Bügeleisen und bin am Verzweifeln beim Vlieseline aufbügeln. Zuerst dachte ich das läge am billigen ebay-Vlies, aber beim neuen, teueren aus dem Stoffladen ist es das gleiche. Ein Verdacht ist die unebene Bügeleisenunterseite - da sind Rillen für den Dampf. Aber das allein kann es nicht sein. Entweder das Vlies klebt nicht am Stoff fest oder es schmilzt am Bügeleisen fest und das nicht weil ich es falsch rum verwenden würde, sondern weil ich dann halt immer heisser bügle bis der Stoff schmilzt.
    Für einen Artikel dazu wäre ich sehr dankbar.
    LG
    Martina

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    1. Ach ja - Vlieseline bügle ich ohne Dampf.

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  4. Zum Vlieseline aufbügeln… ich mache das immer mit meinem billigen Bügeleisen (noch aus Studentenzeiten, soll auch heissen vor Nähanfang). Klappt erstens wunderbar und ausserdem muss ich mir dann keine Sorgen mit dem anbatzen machen…

    Ansonsten bügele ich extrem wenig. Blusen werden einfach nass aufgehängt, fertig.

    Ich wohne ja in England und habe hier auch mit dem Nähen angefangen. Auf Englisch gibt es eindeutig einen Vokabel-Unterschied - ironing ist für Wäsche bügeln und pressing ist für Säume etc. beim Nähen. Gibt es das auf Deutsch auch?

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